17/02/2015

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Am 30. Januar 2015 veröffentlicht Aimo Brookmann, ehemals Taichi, sein neues Album“Schneckenhauseffekt” . Exklusiv für MeinRap.de kommentierte er die einzelnen Songs der Scheibe.

01. Antirapper
Klingt wie ein düsterer, nebliger Morgen an einem einsamen See in Finnland, an dem langsam die Sonne aufgeht und es hell wird. Die ersten Zeilen habe ich auf meiner Pilgerung auf dem Jakobsweg in Spanien geschrieben und es war auch der erste Song fürs Album. Das Video haben wir größteneils in der Schweiz gedreht. Die Szenen, wo ich unter Wasser zu sehen bin, haben wir bei einer Freundin von mir im Pool gedreht. Der Kameramann hatte ‘nen Wetsuit an, aber ich war zwangsläufig nackt und bei ca. 10° Celsius Wassertemperatur können 20 Minuten Dreh zu einem Martyrium werden. Ich glaube, so kalt war mir noch nie in meinem Leben zuvor.

02. Der Weg
Klingt für mich tatsächlich wie ein sonniger Tag auf meiner Pilgerung auf dem Jakobsweg. Ein wenig Wehmut, das Gefühl von Freiheit und das Selbstvertrauen, dass man alles schafft, was man sich vornimmt. Für das Video sind wir zu dritt 2.000 Kilometer eine Woche lang durch Deutschland, die Niederlande, Belgien und Frankreich bis in die Alpen gefahren und haben überall gedreht, wo es uns gerade gepasst hat. Irgendwo in einem belgischen Moor liegt noch eine Drohne samt GoPro von uns. (grinst)

03. Schneckenhauseffekt
Klingt wie der unbedingte Wunsch nach dem Ausbruch aus dem Hier und Jetzt. Ich habe mich in den letzten Jahren immer weiter zurückgezogen und ein Teil von mir will unbedingt raus aus diesem Zustand. Ein anderer Teil fühlt sich in diesem Zustand sicher – das beschreibe ich auf “Zieh mich zurück”.

04. Schon okay
Klingt wie ein melancholischer Blick aus dem Fenster, bei dem man kurz wehmütig über das Leben nachdenkt und über Wege und Optionen, die man vielleicht nicht wahrgenommen, mit denen man sich aber arrangiert hat. Einer meiner Lieblingssongs.

05. Halt mich
Klingt zufrieden und dankbar. Ich mag das Instrumental des Songs im Gegensatz zu Timo. Ich musste sehr dafür kämpfen, dass der Song überhaupt auf das Album kommt, aber ich finde ihn schön positiv und auflockernd.

06. Himmelsrichtung Westen (feat. Gunter Gabriel)
Klingt wie ein Sonnenuntergang in der Prärie. Gunter Gabriel verleiht dem ganzen Song noch mal eine ganz spezielle Note. Bei dem Video zu dem Song galoppiere ich über die Steppe und meine, an meinen tatsächlichen Kinder-Cowboy-Traum gekoppelten, Reitstunden haben endlich ihren Zweck erfüllt.

07. Wintertag
Klingt wie ein eiskalter Wintertag, bei dem man aus sicherer Wärme und Geborgenheit seinen Gedanken nachhängt und über Sehnsüchte und Ängste sinniert.

08. Zieh mich zurück
Klingt wie ein Meer aus Teer, über dass der Sensenmann persönlich in seinem Kahn seine Bahnen zieht. Tief schwarze Depression.

09. Angst
Klingt gehetzt, ängstlich und panisch. Zwangsneurosen sind seit langem ein Thema für mich. Der Song ist natürlich überspitzt, aber einen wahren Kern hat er schon.

10. Nochmal reden
Klingt nach nie verabschiedet und doch loslassen müssen.

11. Eindrücke
Klingt wie ein beliebiger Tag in Berlin. Durch die Stadt laufen und dabei auf seine Umgebung achten. Zu dem Song habe ich die geringste persönliche Verbindung auf dem Album, aber trotzdem gehört er irgendwie dazu und hat sich seinen Platz verdient.

12. Katastrophe Notwehr
Klingt wie köchelnde Wut, siedender Schmerz, dumpfe Bedrohung bis hin zu ausbrechendem Zorn und der ultimativen Katastrophe. Die unbeschreibliche Schönheit der Welt, die sich plötzlich in ein Endzeitszenario verwandelt.

13. Geburtstag
Klingt wie ein Wunsch zur falschen Zeit am falschen Ort.

14. Musik statt Beats
Klingt wie Liebe. Eine melancholische Phase, die durch die Kraft und das Licht der Liebe aufgebrochen wird. Ich mag den Song und es macht wahnsinnig Spaß, ihn mit der Band zu spielen.

15. Ich danke Allen
Klingt zufrieden. Danke!