Category : Presse

Hier gehts zur Review Das Ende des Einsiedlerkrebs-Daseins. Review von Dani Fromm Traurige Klavierweisen. Selbstfindungs-Lyrik. Plakativ vor sich her getragene Abkehr vom Rap – und dann doch wieder nicht. „Musik Statt Beats“ (Was, um Himmels Willen, soll das denn für eine Alternative sein?) Ein Gunter Gabriel-Feature? Oh, bitte! Und in der Danksagung dann noch Paulo Coelho zitiert, ausgerechnet diesen ollen Esoterikschwafler … „Schneckenhauseffekt“ liefert die Gründe, warum man mich mit dieser Platte dreimal um den Block und dann auf und davon jagen könnte, meinetwegen „Himmelsrichtung Westen“, Hauptsache ganz weit weg, mindestens halbdutzendweise. Zudem befleißigt sich Taichi, der inzwischen noch nicht einmal mehr so heißen mag, eines über weite Strecken doch recht monotonen Vortrags. Könnte schwierig werden, mit uns. Ach, Unsinn. Es ist überhaupt nicht schwierig. Aimo Brookmann, der Mann, der in einem früheren Leben Taichi war, gibt sich zwar alle Mühe, mir den Zugang zu seinem Schneckenhaus so holprig, steinig und beschwerlich wie nur irgend möglich zu gestalten – und er erwischt mich doch. Sieh‘ an. „Mein Herz schlägt, aber nicht mehr für dich.“ Was wie die Abrechnung mit einer verflossenen Liebe anhebt, entpuppt sich auch als genau das. Nur, dass die ehemalige Flamme nicht aus Fleisch und Blut besteht, sondern aus Beats und Reimen: „Du bist Rap, und ich war Rapper.“ Keine ganz neue Idee. Die Intensität, mit der Brookmann einen in seinen Strudel der Gefühle hinein- und mit sich hinabreißt, macht das nicht gerade wenig benutzte Motiv mehr als wett. „Antirapper“ entpuppt sich als der bestmögliche Eröffnungstrack, nimmt er das große Thema der […]

17/02/2015

Hier gehts zum Interview Aimo Brookmann, ehemals Taichi, veröffentlicht nach sechs Jahren wieder ein Album. Dieses mal unter seinem bürgerlichen Namen. Und nicht nur der Name ist anders. Nach einer Pilgerreise auf dem Jakobsweg  und vor allem einer Zeit, in der er keinen Bock mehr auf Rap und das ganze Drumherum hatte, hat er sich laut eigenen Angaben neu in die Musik verliebt und bringt nun “Schneckenhauseffekt” an den Start. Wir haben mit ihm über sein Album, seine Reisen und seinen Bezug zu Rap gesprochen. Ich war, genau wie du, auf einer Waldorfschule. Viele machen sich darüber lustig. Wie hast du die Zeit erlebt und wie stehst du heute dazu ? Erstmal finde ich das pädagogische Konzept dahinter super. Ich hab’ das 13 Jahre lang gemacht und irgendwann wird es schwierig, so ab der achten, neunten Klasse. Mann müsste ab dem Zeitpunkt mehr gelenkt werden, ansonsten fallen viele durchs Raster. Bei mir hat das alles gut geklappt, ich hab’ Abitur gemacht. Wenn ich mal Kinder habe würd’ ich sie bis zur sechsten,siebten Klasse auf jeden Fall auf die Schule geben, ich finde gerade die individuelle Betreuung und die Kreativität, die da gefördert wird, super. Und was hast du aus der Schulzeit für deine Musik mitgenommen? Als das in der siebten, achten Klasse bei mir los ging mit HipHop hab’ ich Tapes aufgenommen und Freunden die Kassetten auf dem Pausenhof gegeben. Aber ich war der einzige, der gerappt hat damals und man bringt sich damit schnell selbst in eine Außenseiter-Rolle. Ich habe dann auch ein Album gemacht, das “Außenseiter” hieß. Ich war […]

17/02/2015

Posted By Aimo

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Hier gehts zur Review Am 30. Januar 2015 veröffentlicht Aimo Brookmann, ehemals Taichi, sein neues Album“Schneckenhauseffekt” . Exklusiv für MeinRap.de kommentierte er die einzelnen Songs der Scheibe. 01. Antirapper Klingt wie ein düsterer, nebliger Morgen an einem einsamen See in Finnland, an dem langsam die Sonne aufgeht und es hell wird. Die ersten Zeilen habe ich auf meiner Pilgerung auf dem Jakobsweg in Spanien geschrieben und es war auch der erste Song fürs Album. Das Video haben wir größteneils in der Schweiz gedreht. Die Szenen, wo ich unter Wasser zu sehen bin, haben wir bei einer Freundin von mir im Pool gedreht. Der Kameramann hatte ‘nen Wetsuit an, aber ich war zwangsläufig nackt und bei ca. 10° Celsius Wassertemperatur können 20 Minuten Dreh zu einem Martyrium werden. Ich glaube, so kalt war mir noch nie in meinem Leben zuvor. 02. Der Weg Klingt für mich tatsächlich wie ein sonniger Tag auf meiner Pilgerung auf dem Jakobsweg. Ein wenig Wehmut, das Gefühl von Freiheit und das Selbstvertrauen, dass man alles schafft, was man sich vornimmt. Für das Video sind wir zu dritt 2.000 Kilometer eine Woche lang durch Deutschland, die Niederlande, Belgien und Frankreich bis in die Alpen gefahren und haben überall gedreht, wo es uns gerade gepasst hat. Irgendwo in einem belgischen Moor liegt noch eine Drohne samt GoPro von uns. (grinst) 03. Schneckenhauseffekt Klingt wie der unbedingte Wunsch nach dem Ausbruch aus dem Hier und Jetzt. Ich habe mich in den letzten Jahren immer weiter zurückgezogen und ein Teil von mir will unbedingt raus […]

Hier gehts zur Review Aimo Brookmann? Kannte ich nicht. Taichi? Nur namentlich, glaube ich. Bin unsicher. Tai Chi sagt mir natürlich was, war / ist hier allerdings nicht gemeint. Deutschsprachiger Sprechgesang. Das erste Album unter seinem bürgerlichen Namen Aimo Brookmann hört auf den Titel „Schneckenhauseffekt“. Ich mag ja intelligente Texte generell. Englischsprachiger Rap – da dulde ich irgendwie den ganzen Gangster-Kram, das Rumgepose und das, was dazugehört. Natürlich gibt es textlich auch im englischsprachigen Bereich Ausnahmen. Aber deutschsprachige Musik muss einen größeren Anspruch gerecht werden. Irgendwie steht es dem deutschsprachigen Rap nicht, verbale Ausrutscher – in dauerhafter Form – zu artikulieren. Natürlich, es sehen viele anders. Die Verkäufe von den entsprechenden Musikern beweisen das. Ich brauche mehr. „Schneckenhauseffekt“ ist ein wortgewaltiges Werk. Das zweite Rap-Album (Es kommt von Swiss & die Anderen – eher Punk-Rap) in diesem Jahr, was mich richtig umhaut. Ein wenig schwierig, stellenweise – möglicher größtenteils. Das ist okay. Die stärksten Alben erarbeiten sich das Wohlwollen des Hörers. Tonträger sind geduldig, erfüllen ihre Pflicht und lassen sich abspielen so oft man möchte. „Antirapper“, der Titelsong „Schneckenhauseffekt“ und „Schon okay“ weisen den Weg. Mein persönlicher Höhepunkt auf diesem Album kommt mit „Zieh mich zurück“ und „Angst“ sowie „Katastrophe Notwehr“. Die drei Stücke haben so eine unglaublich Macht über mich. Ein Sog, der mich mitreißt in ungeahnte Tiefen. Die restlichen Stücke sind gut aber nicht so mitreißend. Und eher so, wie der Künstler es bei Disslike beschrieben hat. Man muss sich als Hörer hinsetzen, den Klängen und Texten lauschen und sich darauf einlassen können. […]