17/02/2015

Schneckenhauseffekt Review von Huffingtsonpost

Aimo

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Aimo Brookmann? Kannte ich nicht. Taichi? Nur namentlich, glaube ich. Bin unsicher. Tai Chi sagt mir natürlich was, war / ist hier allerdings nicht gemeint. Deutschsprachiger Sprechgesang. Das erste Album unter seinem bürgerlichen Namen Aimo Brookmann hört auf den Titel „Schneckenhauseffekt“.

Ich mag ja intelligente Texte generell. Englischsprachiger Rap – da dulde ich irgendwie den ganzen Gangster-Kram, das Rumgepose und das, was dazugehört. Natürlich gibt es textlich auch im englischsprachigen Bereich Ausnahmen. Aber deutschsprachige Musik muss einen größeren Anspruch gerecht werden.

Irgendwie steht es dem deutschsprachigen Rap nicht, verbale Ausrutscher – in dauerhafter Form – zu artikulieren. Natürlich, es sehen viele anders. Die Verkäufe von den entsprechenden Musikern beweisen das.

Ich brauche mehr. „Schneckenhauseffekt“ ist ein wortgewaltiges Werk. Das zweite Rap-Album (Es kommt von Swiss & die Anderen – eher Punk-Rap) in diesem Jahr, was mich richtig umhaut. Ein wenig schwierig, stellenweise – möglicher größtenteils. Das ist okay. Die stärksten Alben erarbeiten sich das Wohlwollen des Hörers. Tonträger sind geduldig, erfüllen ihre Pflicht und lassen sich abspielen so oft man möchte.

„Antirapper“, der Titelsong „Schneckenhauseffekt“ und „Schon okay“ weisen den Weg. Mein persönlicher Höhepunkt auf diesem Album kommt mit „Zieh mich zurück“ und „Angst“ sowie „Katastrophe Notwehr“. Die drei Stücke haben so eine unglaublich Macht über mich. Ein Sog, der mich mitreißt in ungeahnte Tiefen.

Die restlichen Stücke sind gut aber nicht so mitreißend. Und eher so, wie der Künstler es bei Disslike beschrieben hat. Man muss sich als Hörer hinsetzen, den Klängen und Texten lauschen und sich darauf einlassen können. Nicht zwingend Mucke zum Partymachen. Dem kann ich zustimmen, muss aber nicht zwingend ein Nachteil sein. Der Beweis liegt in Form von „Schneckenhauseffekt“ vor.